Sicherheit in der Werkstatt: Darauf müssen sich Auszubildende einstellen

Wer eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker beginnt, lernt schnell: Das Thema Sicherheit ist kein Schmankerl, sondern gehört zum täglichen Geschäft. In Werkstätten, in denen Hebebühnen und Druckluftwerkzeuge, Chemikalien und viel Betrieb zusammenkommen, lauern Gefahren, die unterschätzt werden können. Auszubildende sind vom ersten Tag an für ihr Verhalten mitverantwortlich, damit auch für die Sicherheit des ganzen Teams.
Hebebühnen richtig verwenden
Die Arbeit unter einem angehobenen Fahrzeug gehört zum Alltag in der Kfz-Werkstatt. Umso wichtiger ist es, die Hebebühne richtig zu verstehen und ihre Grenzen zu kennen. Vor jedem Hub sollte getestet werden, ob der Arbeitsraum frei ist von Werkzeugen, Wagenhebern oder Kabeln, ob alle Türen und Hauben des Fahrzeugs geschlossen oder gesichert sind. Die Traglast der Bühne darf nicht überschritten werden, auch nicht „knapp“,denn Fahrzeuggewicht plus Zusatzlast ergibt das zu tragende Gewicht.
Von der richtigen Stellung der Tragarme ist alles abhängig. Die Aufnahmepunkte sind die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Stellen an Schweller oder Rahmen. Wer nicht sicher ist, fragt nach oder benutzt die Unterlagen mit Aufnahmeschemata. Schräg stehende Fahrzeuge oder „schnelles“ Unterbauen mit ungeeigneten Hölzern können gefährlich werden, weil es dann leicht zum Abrutschen kommt. Sobald beim Anheben irgendwelche seltsamen Geräusche, ruckhafte Bewegungen oder Schwingungen bemerkt werden, muss das Fahrzeug wieder abgelassen und die Ursache geklärt werden.
Persönliche Schutzausrüstung konsequent verwenden
Sicherheit beginnt bei Dingen, die banal wirken. Rutschfeste, geschlossene Arbeitsschuhe, lange Hosen, geeignete Oberbekleidung, Schutzbrille bei Schleif- und Trennarbeiten, Gehörschutz bei lauten Tätigkeiten und Handschuhe bei Kontakt mit scharfkantigen oder heißen Bauteilen.
Wer weitgehend konsequent auf die eigene Schutzausrüstung achtet, wird das Risiko einer Vielzahl typischer Werkstattverletzungen wesentlich vermindern können. Lose Kleidung, herabhängende Kordeln, hervorstehende Ringe, verzichtbarer Schmuck und langes, offenes Haar stellen an Maschinen mit drehenden Teilen wie Bohrmaschinen, Polierern und rotierenden Achsteilen ein sehr reales Risiko dar – sie können erfaßt werden und schwere Verletzungen nach sich ziehen. In der Ausbildung lohnt es sich, sich solche Gewohnheiten anzugewöhnen: Vor jeder Arbeit kurz ansehen, ob die Kleidung, die Haare, die Ausrüstung zur Arbeit passen.
Mit Chemikalien soll man bewusst umgehen. Handschuhe, geeignete Auffangwannen, saubere, beschriftete Vorratsbehälter mindern die Gefahr, schließen sie aber nicht aus.
Kommunikation und Unterweisung ernst nehmen
Die Auszubildenden erhalten regelmäßig Unterweisungen über Arbeits- und Gesundheitsschutz, richtige Maschinenbedienung und über richtiges Verhalten im Notfall. Diese Termine sind kein lästiger Pflichtpunkt, sie sind die Grundlage für sicheres Arbeiten. Hier wird erklärt, wo die Fluchtwege liegen, wo Feuerlöscher stehen, welche speziellen Regeln für gefährliche Arbeiten, etwa am Hochvoltsystem oder an gasführenden Anlagen, gelten.
Bevor ein Auszubildender zum ersten Mal an einer bestimmten Maschine arbeitet, muss ern genauestens eingewiesen werden. Das gilt nicht nur für die Hebebühne, das gilt genau so für den Bremsenprüfstand, die Reifenmontiermaschine, das Schweißgerät, die Diagnosetechnik.
Wer eine Handhabung nur einmal gesehen, aber nicht verstanden hat, darf nicht aus Unsicherheit herumlaufen und „das wird schon gehen“. Ein kurzer Satz wie „Bitte zeig mir das noch einmal in Ruhe“ bewahrt vor Fehlern, die später viel mehr Arbeit nach sich ziehen. Zu mehr Sicherheit ist nötig, auch die eigene Arbeitsleistung unter Kontrolle zu haben. Müdigkeit, Zeitmangel, Ablenkungen erhöhen die Fehlergefahr. Kleine Pausen, klare Absprachen im Team, eine realistische Einschätzung der eigenen Schnelligkeit helfen, trotz Werkstattalltags in Form zu bleiben.



