Glücksspielgesetz in der DACH-Region: Welche Unterschiede gibt es und was ändert sich 2026?
Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland, das österreichische Glücksspielgesetz und das schweizerische Geldspielgesetz bilden in der DACH-Region die Pfeiler der Glücksspielregulierung. Glücksspiele sind in allen drei Ländern legal, allerdings gibt es signifikante Unterschiede bei der Lizenzierung und beim Marktzugang.
Eines ist den drei Ländern gemein, sie alle versuchen Spielerschutz und wirtschaftliche Interessen unter einen Hut zu bekommen. Dabei werden unterschiedliche Ansätze gewählt, was wiederum die nationalen Prioritäten erkennbar macht. Deutschland betont zentrale Kontrolle, Österreich setzt auf Monopolisierung und die Schweiz schottet sich gegenüber Märkten von außen ab. Ab 2026 erwartet vor allem Deutschland Reformen, es könnte sich aber auch in den anderen beiden Ländern etwas tun.
Modernisierung der Glücksspielpolitik in der DACH-Region im Rückblick
Die DACH-Länder haben heute alle ihren eigenen Weg zur Regulierung des Glücksspiels gefunden, allerdings wurden die Rechte erst Stück für Stück modernisiert. Oft gab es davor wegweisende EU-Urteile oder Neuerungen bei der Digitalisierung. Deutschland führte 2021 den Glücksspielstaatsvertrag ein, der den vorherigen Flickenteppich aus 16 Landesgesetze ablöste und erstmals auch Online-Anbieter im ganzen Land zuließ.
Österreichs Glücksspielgesetz von 1983 wurde zuletzt 2024 angepasst und balanciert zwischen staatlichen Monopolen mit privaten Lizenzen. Betont wird hier vor allem der Jugendschutz, wobei der Schwarzmarktanteil in Österreich hoch ist.
Die Schweiz reformierte ihr Geldspielgesetz 2019, um Lotterien und Sportwetten zu kanalisieren. Online-Casinos aus dem Ausland bleiben tabu, sind aber trotzdem sehr gefragt. Das beweist der Online Poker Test der Schweiz, dem zu entnehmen ist, wie viele seriöse und beliebte Anbieter es eigentlich gibt. Die Schweiz leidet unter einem zunehmend expandierenden Schwarzmarkt, was 2026 zu Änderungen führen könnte.
Status Quo der Länder ist unterschiedlich
Bedingt durch die ständige Weiterentwicklung von Technologie und das wachsende Interesse müssen sich die drei Länder permanent anpassen und Markttrends beobachten. Dabei kommt es vor allem zwischen verschiedenen Interessengruppen immer wieder zu Streitigkeiten. Spannend ist, dass die drei Länder der DACH-Region jeweils eine komplett andere Form der Regulierung für das eigene Land gewählt haben, dabei aber alle dasselbe Ziel verfolgen.
In Deutschland gibt es klare gesetzliche Regelungen, die im Glücksspielstaatsvertrag festgehalten sind. Er macht Vorgaben zu virtuellen Slots, Poker, Sportwetten und Tischspielen. Lizenzen werden ausschließlich von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder vergeben, die auch für die Überwachung des Marktes verantwortlich ist.
Kernmerkmale der Regulierung sind unter anderem: Deposit-Limits, Sperrmöglichkeiten, Abgleiche über die OASIS-Spielersperrdatei und Werbeverbote während bestimmter Zeiten. Eine viel kritisierte Besonderheit des deutschen Marktes ist die Besteuerung. Anbieter müssen 5,3 Prozent Umsatzsteuer plus Abgaben zahlen, Gewinne von Spielern sind steuerfrei.
Obwohl die Erfolge mit mehr als 100 vergebenen Lizenzen zu sehen sind, kämpft Deutschland mit Schwarzmarktanteilen von rund 40 Prozent. OASIS-Hürden und die strengen Regelungen zu Einzahlungen schreckt Spieler ab. Die für 2026 geplante Evaluierung des GlüStV könnte die Weichen für Änderungen stellen.
Finanzministerium in Österreich steht im Mittelpunkt der Kompetenz
Österreichs Geldspielgesetz gewährt vor allem dem Finanzministerium weitreichende Kompetenzen, ergänzt durch landbasierte Regelungen für Automatenspielhallen. Staatliche Konzerne wie die Casinos Austria dominieren, private Lizenzen für Online-Anbieter sind bislang nicht möglich.
Über die Grenzen des Monopols und die Auflösung wird seit Jahren diskutiert. Unterstützer eines liberalen Marktes halten das Monopol für überholt, während man von anderer Seite deutlich dagegen hält und Probleme durch eine eventuelle Liberalisierung sieht.
Schweiz setzt auf interne Lösungen ohne Offenheit nach außen
In der Schweiz schützt das Geldspielgesetz vor allem die landbasierten Großcasinos, die ihr Angebot auch digital unterbreiten dürfen. Ausländische Online-Casinos sind verboten, die Eidgenössische Spielbankenkommission überwacht das Geschehen.
Spieler müssen physisch in Spielbanken oder via lizenzierter App agieren, was den Schwarzmarkt in den letzten Jahren deutlich antrieb. Da Netzsperren im Land als probates Mittel gelten, sind diese von etwa 500 auf mehr als 2.500 Fälle angestiegen. Bei Razzien in Luzern und Zürich wurden mehrere verbotene Spielrunden und Geldspielautomaten entdeckt.
Änderungen ab 2026 in Deutschland
In Deutschland ist 2026 das Jahr der Evaluierung. Es wird darüber gesprochen, ob der Glücksspielstaatsvertrag in seiner jetzigen Form ausreichend Erfolge erzielt und wo Handlungsbedarf besteht. Außerdem wird voraussichtlich ab Mai 2026 eine Neuerung bezüglich der Sperrung von unerlaubten Glücksspielseiten in Kraft treten. Darauf einigte sich die Innenministerkonferenz 2025 und räumt der GGL künftig mehr Befugnisse ein.
Ab Mai 2026 kann die Behörde dann Telekommunikationsanbieter wie die Telekom, Vodafone und viele andere verpflichten, Netzsperren gegen bestimmte Internetseiten mit illegalen Angeboten zu verhängen. Rechtlich war das vorher nicht möglich, wenn Anbieter nicht reagierten, war die GGL weitgehend machtlos.
Die im Zuge der Evaluierung zu beschließenden Änderungen werden frühestens 2029 in Kraft treten. Der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag läuft in Deutschland bis 2028 und wird dann entweder weitergeführt oder erneuert.
Änderungen ab 2026 in der Schweiz
Durch das immer stärker florierende, illegale Glücksspiel, sieht sich auch die isolierte Schweiz vor Herausforderungen. Nicht nur online wird auf unerlaubte Angebote zugegriffen, auch landbasiert gibt es nicht erlaubte Pokerrunden und vieles mehr. Das Bundesamt für Polizei erarbeitete aufgrund der vorliegenden Fälle eine nationale Strategie, um das Problem zu bekämpfen.
Bis Ende des Jahres 2025 soll der Entwurf vorliegen, sodass 2026 die Umsetzung erfolgen kann. Das Hauptziel besteht darin, Clanstrukturen zu zerstören und illegales Glücksspiel effektiver zu bekämpfen. Im Online-Bereich setzt die Schweiz bereits auf Netzsperren, um nicht zugelassene Spielangebote zu sperren.
Lässt Österreich das Monopol los?
Eine der wichtigsten Fragen bei Österreichs Gesetzen ist die Aufgabe des Monopols. Geplant war ein neuer Gesetzesentwurf zur Online-Regulierung im Jahr 2025. Laut SPÖ und ÖVP soll der Markt neu reguliert werden und künftig stärker auf Spielerschutz setzen.
Das Glücksspiel gilt in Österreich als riskant und deshalb ist die Regulierung streng. Erstaunlicherweise fallen Sportwetten nicht unter die Kategorie Glücksspiel, was von Spielerschützern kritisiert wird.
Ob es tatsächlich zu einer umfassenden Änderung kommt und Österreich bereit ist, das Monopol loszulassen, ist Stand Dezember 2025 noch nicht klar. Die amtierende Dreierkonstellation hat sich zwar auf einen Gesetzentwurf geeignet, allerdings haben bislang die oberen weiterhin die Macht, während die seriösen Anbieter von außen das Nachsehen haben. Ein liberalisierter Markt könnte auch wirtschaftlich zu Wachstum in Österreich führen, die Steuereinnahmen plus mögliche neue Jobs könnten dem Land Auftrieb geben.



